Am vergangenen Donnerstag war ich in Fulda um im Café Chaos an der Uni Fulda das „ueber Mut“ Filmfestival der Aktion Mensch mitzueröffnen.

ueber Mut – Engagiert. Couragiert. Kontrovers.

Unser aktuelles Filmfestival »ueber Mut« läuft noch bis November 2011. Dem Mutigen gehört die Welt. Das ist ein schöner Satz – der aber offenlässt, welche Welt gemeint ist. Die Welt, so wie sie ist? Oder die Welt, wie sie sein könnte? Die zehn Filme des Festivals ueber Mut belegen, dass Mut stets der Mut zur Veränderung des Bestehenden ist. Mut setzt voraus, dass die oder der Einzelne die Gegebenheiten kritisch betrachtet und für sich bestimmt: Etwas muss sich ändern.

Ich hatte dabei das Vergnügen gleich zwei tolle Filme ankündigen zu dürfen und mich mit den spannenden Inhalten auseinanderzusetzen.

Die Zeit ihres Lebens (Quelle: www.aktion-mensch.de)

Im ersten Film „Die Zeit ihres Lebens“ geht es um drei Protagonistinnen in einem Londoner „Altersheim für Intelektuelle“. Die Dokumentation zeigt das Leben der drei Damen und lässt tiefe Einblicke in ihr Denken und Handeln. Die Eine ist Friedensaktivistin und läuft noch immer bei Antikriegsdemos mit, eine Andere ist Sexualtherapeutin, die Dritte schrieb früher Romane, doch nach einigen schlechten Kritiken ist sie wieder zum Journalismus zurückgekehrt. Der Umgang mit dem Tod, ihre Erfahrungen im Leben, die Dokumentation zeigt auf einfühlsame und gleichzeitg durchdringend ehrliche Weise den letzten Lebensabschnitt dreier bewundernswerter Menschen.

Der zweite Film für den ich Pate sein durfte beschäftigt sich mit einer jungen Generation. Wie wird man Erwachsen? Was fühlt man dabei? Im Film „Teenage Response“ lassen 13 junge Menschen tiefe Einblicke in ihre Seele zu. Sie berichten davon was es für sie heißt erwachsen zu werden, wie sie ihre Umwelt erfahren. Anders als bei vielen anderen Dokumentationen werden die Jugendlichen jedoch nicht in ihrem Alltag gezeigt, nicht ihre Eltern, Freunde oder Bekannte werden interviewt. Nur die Jugendlichen werden in Fabrikhallen und ausgeleuchteten Studios gezeigt, nur sie selber kommen zu Wort.

Teenage Response (Quelle: www.aktion-mensch.de)

Dieselben Jugendlichen, welchen oft vorgeworfen wird sie seien an nichts interessiert bekommen hier die Gelegenheit ihre Sicht auf die Welt in der sie leben zu erzählen. Es findet keine Wertung statt, kein Richtig oder Falsch – nur ihre Erzählungen.

Die Geschichten die sie erzählen sind teilweise traumatisch und lassen die schwierigen Verhältnisse in denen sie aufwachsen nur erahnen. Eines hat mir der Film jedoch deutlich vor Augen geführt: Wir, damit meine ich unsere gesamte Gesellschaft, muss die Interessen von Jugendlichen ernster nehmen. Sich mehr mit den Bedürfnislagen der nächsten Generation intensiv auseinandersetzen. Nur wenn man sich hin und wieder die Zeit nimmt Kindern und Jugendlichen auch zuzuhören haben sie eine Chance sich zu wertvollen Mitgliedern in der Gesellschaft zu entwickeln.

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